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Der Unterschied

Projektregeln für KI-Agenten

Guardrails geben den KI-Agenten Regeln für Sicherheit, Architektur und Codequalität vor. Anvil Coder lädt versionierte Regel-Pakete in die Prompts. Ausführbare Prüfungen können Verstösse blockieren oder melden; eine Anweisung im Prompt allein beweist noch keine Einhaltung.

Warum Prüfen am Ende zu spät ist

Der übliche Weg ist umgekehrt: erst generieren, dann prüfen. Ein Linter, ein Scanner, ein Review — und was durchfällt, wird nachgebessert. Das funktioniert bei einzelnen Dateien.

Bei einem Projekt, das aus hunderten parallelen Arbeitsschritten entsteht, funktioniert es nicht mehr. Ein struktureller Fehler, der in Schritt 12 entsteht, hat sich bis Schritt 200 fortgepflanzt. Ihn dann zu finden ist nicht mehr Nachbessern, sondern Umbauen — und der Kontext, in dem er entstand, ist längst weg.

Was eingespeist wird

Die Invarianten stehen nicht in einer Dokumentation, die ein Modell gelesen haben könnte. Sie stehen in jedem Prompt.

OWASP Top 10
Die zehn häufigsten Sicherheitsfehler in Webanwendungen — als Vorgabe, nicht als Prüfliste am Ende.
SOLID
Fünf Prinzipien objektorientierten Entwurfs, die verhindern, dass eine Klasse zu vielen Herren dient.
KISS
Die einfachste Lösung, die das Problem löst — nicht die eleganteste, die jemand bauen könnte.
DRY
Dieselbe Entscheidung steht an einer Stelle. Kopien laufen auseinander, und zwar still.
Clean Code
Namen, die sagen was sie meinen; Funktionen, die eine Sache tun; Kommentare, die das Warum erklären.

Ein Katalog aus Regel-Paketen

Die fünf Invarianten oben sind ein Ausschnitt aus der Baseline — dem Teil des Katalogs, der für jeden Stack gilt, unabhängig von Sprache und Framework. Darüber hinaus bekommt jedes Projekt automatisch die Stack-Packs, die zu seiner Technologie passen: ein React/Vite-Projekt bekommt andere Regeln als eines mit Spring Boot, ohne dass jemand das von Hand einträgt. Jedes Paket ist versioniert — welche Fassung ein bereits laufender Lauf sieht, ändert sich rückwirkend nie.

Acht Stacks im Katalog

Kuratiert veröffentlicht sind heute acht Stacks, von der sprachunabhängigen Baseline bis zu den verbreitetsten Frontend- und Backend-Frameworks:

Baseline
Gilt für jeden Stack, unabhängig von Sprache und Framework — die fünf Invarianten oben sind ein Ausschnitt daraus.
Spring Boot
Java-Projekte mit Spring Boot.
Node/Web
Das gemeinsame TypeScript-Fundament, auf dem die Node-basierten Stacks aufbauen.
React/Vite
Single-Page-Anwendungen mit React und Vite.
FastAPI
Python-APIs mit FastAPI.
Astro
Content-lastige, weitgehend statische Seiten mit Astro.
Next.js
Serverseitig gerenderte React-Anwendungen mit Next.js.
Nuxt
Vue-Anwendungen mit Nuxt.

Blockierend oder meldend

Jede Regel trägt eine Schwere. Eine blockierende Regel hält den Lauf an, sobald sie verletzt wird; eine meldende erscheint als Hinweis, ohne ihn zu stoppen. Passt eine Regel im Einzelfall nicht zu einem Projekt, lässt sie sich mit einer Begründung abschwächen oder — wo die Regel das zulässt — befristet abschalten. Manche Regeln sind strukturell geschützt und bleiben unabhängig davon in Kraft.

Zwei Update-Kanäle

Jede Organisation wählt zwischen zwei Update-Kanälen. Fast, der Standard, übernimmt automatisch die jeweils neueste Fassung jedes Pakets. Stableübernimmt eine neue Fassung erst, wenn wir sie ausdrücklich dafür freigegeben haben — der langsamere, bewusst nachgezogene Weg.

Signiert

Der Katalog ist mit einem Ed25519-Schlüssel signiert: Jede Regel-Datei trägt einen sha256-Fingerabdruck in einem signierten Manifest, und keine Änderung am Katalog wird ohne neue Signatur wirksam. Die Regeln, die einen Lauf binden, sind damit exakt die freigegebenen — kryptographisch belegt, nicht bloss versprochen.

Eigene Guardrails

Die mitgelieferten Invarianten sind die Grundausstattung, nicht die Grenze. Ein Team, das eigene Architekturregeln durchsetzen will — eine bestimmte Schichtung, ein Namensschema, ein Verbot bestimmter Bibliotheken — hinterlegt sie als eigene Guardrails. Sie werden genauso injiziert wie die mitgelieferten. Wer eine davon zusätzlich maschinell validieren lassen will, hinterlegt sie als maschinenlesbare Regel; als blosse Prosa wirkt sie im Prompt, aber nicht in der Validierung.

Im betriebenen Dienst sammelt das System ausserdem Vorschläge für neue Guardrails aus dem laufenden Betrieb. Angewandt wird davon nichts von selbst: der einzige Weg in den Katalog führt über eine menschliche Freigabe.

Das ist der Punkt, an dem Architektur-Governance aufhört, ein Dokument zu sein, das niemand liest, und anfängt, eine Eigenschaft des Systems zu sein.

Was Guardrails nicht leisten

Sie ersetzen kein Review. Ein System, das jeden Schritt gegen dieselben Invarianten prüft, erzeugt konsistenten Code — nicht zwangsläufig richtigen. Ob die Anforderung selbst stimmt, ob der fachliche Zuschnitt trägt, ob die Lösung zum Problem passt: das bleibt eine menschliche Entscheidung. Anvil Coder ist so gebaut, dass sie möglich bleibt: welche Aktionen eine Freigabe brauchen, stellst du je Projekt ein — ohne gesetzte Stufe läuft der Auftrag durch.

Wie aus einer Regel im Wiki eine Regel im Lauf wird — Kategorien, das#RULE-Muster und die Vorschlags-Inbox — beschreibt der ArtikelGuardrails für KI-Coding-Agenten.

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